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Pressemeldung Kirchenkreis Magdeburg:Amtliche Würdigung für Polizei- und Notfallselsorger
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Zu den 43 Personen, welche der Magdeburger Oberbürgermeister Dr.
Lutz Trümper am 23. November bei einem Empfang im Rathaus als "Verdiente Magdeburger Bürger
und Bürgerinnen des Jahres 2006" geehrt hat, gehörte auch Pfarrer Uwe Koch. Die Ehrung für
verdiente Bürger wird jährlich von der Landeshauptstadt an 40 bis 50 Personen verliehen,
welche sich in besonderer Weise um die Gemeinwesenarbeit und für soziale Aufgaben in der
Landeshauptstadt verdient gemacht haben. In der Laudatio der Rathaussprecherin wurde
Pfarrer Koch gewürdigt für den Aufbau der Polizei- und Notfallseelsorge in der
Landeshauptstadt und sein öffentlichkeitswirksames Engagement für diesen kirchlichen
Dienst in Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. In seinen Dankesworten gegenüber dem
Oberbürgermeister verwies Pfarrer Koch auf das Wirken der zahlreichen ehrenamtlichen
Mitarbeiter in der Notfallseelsorge, welche in diesem Tagen ihren 100. Einsatz im Jahr
2006 geleistet haben. Das Magdeburger Notfallseelsorge-Team hat mit über 500 Einsätzen
in sechs Jahren Menschen in Krisensituationen unterstützt. |
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Teamleiter Pfarrer Uwe Koch |
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Bombenfund in Magdeburg
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In den Mittagstunden des 9. Oktober wurde in der
Altstadt von Magdeburg eine 5-Zentner-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Mehrere
Wohngebäude mußten während der Entschärfung der Bombe geräumt werden, darunter ein Hochhaus
mit altersgerechten Wohnungen und Behindertenwohngemeinschaften. Weit über 300 Evakuierte
verbrachten sechs Stunden im Evakuierungsobjekt, einer Schule in der Weitlingstraße. Bereits
mit der Alarmierung des Katastrophenschutzes um 15.00 Uhr wurde die Notfallseelsorge gerufen.
Mit insgesamt sieben Kräften betreute die Notfallseelsorge die Betroffenen sowie Angehörige
und sicherte deren Information und Versorgung ab. Die besonderen Probleme, z. B. die Versorgung
von Insulinpatienten, wurden mit beruhigenden Gesprächen eingedämmt. Ab 20.30 Uhr wurde der
Abtransport der gehbehinderten Evakuierten durch die verschiedenen Hilfsorganisationen
begleitet; die gehfähigen Evakuierten wurden kurz vorher entlassen. Zahlreiche Gespräche und
positive Resonanz der Betroffenen lassen von einem erfolgreichen Einsatz der Notfallseelsorge
sprechen.
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Betreuungsgespräch im Evakuierungsobjekt |
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Neue Ausbildungsgruppe beginnt
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Am ersten Dezemberwochenende 2006 beginnt
eine neue Ausbildungsgruppe der Notfallseelsorge in Magdeburg. Durch Aushänge in den
Magdeburger Kirchgemeinden, an Universität und Fachhochschule sowie durch Zeitungswerbung
wird in diesen Tagen darauf hingewiesen. Das Team sucht weiterhin ehrenamtliche
MitarbeiterInnen. Sie sollen mindestens 22 Jahre alt sein und müssen über physische und
psychische Stabilität verfügen. Auch müssen sie sich mit den inhaltlichen Zielen des
kirchlichen Trägers indentifizieren können und sollen bereit sein, für mindestens ein Jahr
im Team ehranamtlich mitzuarbeiten. Nach Übernahmegesprächen und einem Orientierungstag im
Dezember folgen 9 Ausbildungsbausteine in Abendkursen und Tagesseminaren sowie Hospitationen.
Die Ausbildungsgruppe soll mindestens acht, höchsten 16 TeilnehmerInnen umfassen.
Interessierte können auf dieser Webseite die Teilnahmebedingungen und das Ausbildungsprogramm
finden und sich auch hier direkt anmelden.
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| Ausbildung 2004 |
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500 Einsätze in sechseinhalb Jahren - eine beeindruckende Bilanz
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Das Magdeburger Notfallseelsorge-Team absolvierte
am 24. August 2006 seinen 500. Betreuungseinsatz. Das Team nahm seine Dienstbereitschaft am 1. Januar 2000
auf; im Jahr 2000 gab es lediglich eine Wochenend-Dienstbereitschaft, seit Januar 2001 ist das Team
Rund-um-die-Uhr rufbereit. Die meisten Einsätze gab es im Jahr 2002 (101 Einsätze einschließlich
Elbe-Hochwasser im August 2002). Im Jahr 2006 wurden bisher 80 Einsätze durchgeführt. Die
Einsatzvorbereitung der Magdeburger Notfallseelsorge begann mit einer ersten Ausbildungsgruppe im
Juni 1999. Insgesamt wurden bisher in 7 Ausbildungsgruppen 59 Personen ausgebildet; davon 7 Kräfte
für auswärtige Teams in benachbarten Landkreisen. 40 ehrenamtliche NotfallseelsorgerInnen wurden
nach erfolgreich absolvierter Ausbildung ins Magdeburger Team übernommen. Davon sind 17 Ehrenamtliche
heute noch tätig, 23 Personen sind im Laufe der Jahre auf Grund beruflicher bzw. privater Veränderungen
ausgeschieden. Vier Ehrenamtliche, die länger als fünf Jahre im Team tätig sind, wurden mit der
Ehrennadel der Notfallseelsorge in der Bundesrepublik Deutschland geehrt.
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Bericht vom 9. Bundeskongress für Notfallseelsorge und Krisenintervention
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Vom 07. - 09.06.2006 fand in diesem Jahr unser
Bundeskongress statt. Ausrichter war das Land Schleswig-Holstein und dort die
Landesfeuerwehrschule in Harrislee bei Flensburg. Beeindruckend war die hervorragende
Organisation, für die wir uns vor Ort nicht genug bedanken konnten. Die Vormittage wurden
durch Vorträge gestaltet, von denen ich zwei besonders erwähnen möchte.
Zum einen
stellte uns der Leiter der Identifizierungskommission des BKA Wiesbaden, Horst Engel, die
Arbeit seiner Abteilung vor. Dabei bezog er sich besonders auf die Hilfe, die diese
Institution in Thailand nach dem Tsunami leistete. Da unter anderem auch die Betreuung durch
Seelsorger und Kriseninterventionsteams hervorgehoben und gewürdigt wurde, empfand ich einen
starken Bezug zu diesem Thema.
Zum anderen hielt der Sicherheitsbeauftragte am
Gotthardt-Tunnel, Walter Steiner aus der Schweiz, einen Vortrag über die furchtbare
Brandkatastrophe im Jahr 2001. Dabei war es interessant, zu hören, wie irrational sich
Autofahrer im Tunnel verhalten, welche Konsequenzen sich für das Sicherheitskonzept nach dem
Brand ergeben haben und welche Überlegungen für die Zukunft angestellt werden, um die Straßen
noch sicherer zu machen. Die erfrischende Vortragsweise des Herrn Steiner werden uns dieses
Referat nicht so schnell vergessen lassen.
Die Nachmittage wurden individuell gestaltet.
Es gab eine Fülle von Workshops, die je nach Interessenlage belegt werden konnten.
Ich fühlte mich schon in der Vorbereitung dieses Kongresses, von dem Thema "Vorgehen bei akuten
suizidalen Krisen" angezogen. Andreas Mann, Pfarrer und Rettungsassistent aus Wiesbaden,
schilderte, welche Möglichkeiten wir, als ehrenamtliche Helfer, in Einsätzen dieser Art haben.
Dabei ist es absolut notwendig, im Vorfeld seine eigene Einstellung zum Thema Selbsttötung
abzuklären. Wer aus individuellen Gründen den Kopf nicht frei hat, sollte Einsätze bei
suizidalen Krisen abgeben. Wichtig ist es, dass sich der Klient eine Denk-, Handlungs- und
Atempause nimmt. Nur dann ist es möglich, im Gespräch mit ihm zu helfen, die Energie, die er
aufwendet um sich zu töten, in Lebensmut umzuwandeln.
Neben den Vorträgen und dem
Rahmenprogramm fand man natürlich auch wieder Zeit, mit anderen Kollegen und Kolleginnen ins
Gespräch zu kommen und seine Erfahrungen auszutauschen.
Trotz der Aufwendigen An- und
Abreise war dieser 9. Bundeskongress ein voller Erfolg. Weitere Informationen zu diesem Kongress
sind unter folgender Adresse zu finden:
www.nfs-kit.de.
Der 10. Bundeskongress findet nächstes Jahr in Hamburg statt und wird zum ersten mal als
internationaler Kongress ausgerichtet. Ab Herbst 2006 sollen erste Informationen im Internet
zu finden sein.
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Fachdienstübung Katastrophenschutz im Mai 2006
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Am 13. Mai 2006 fand die diesjährige Großübung
der Betreuungs-Fachdienste des Katastrophenschutzes in Magdeburg statt. Dabei kamen über 150
Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen zum Einsatz.
Sanitäts- und
Betreuungszüge von JUH, MHD, ASB, DRK, DLRG, THW, mehreren Freiwilligen Feuerwehren und der
Notfallseelsorge übten eine Evakuierung von über 100 Personen. Dies ist ein Szenario, welches
einem innerstädtischen Großbrand oder einer Schadstoffkontaminierung in einem Stadtteil entspricht.
Geübt wurde der Antransport der Evakuierten, die Einrichtung eines Evakuierungsortes in
der Turnhalle einer Schule (mit Sitzgelegenheiten, Feldbetten und Patientenbetten), die
Dekontaminierung und Erstversorgung der Evakuierten und deren medizinische und psychosoziale
Betreuung. Die gut instruierten Betroffenen-Darsteller brachten zusätzliche Chaos- und
Panikfaktoren in die Übung ein. Unter anderem wurden tätliche Übergriffe auf Einsätzkräfte,
auch auf Notfallseelsorger, geübt, wobei es sogar "echte blaue Flecken" gab.
Die
Notfallseelsorge Magdeburg war mit sechs Einsatzkräften in den Übungsablauf eingebunden. Die zwei
turnusmäßig Diensthabenden wurden zeitnah über Funkalarm gerufen. Zwei weitere dienstfreie Kräfte
wurden telefonisch nachalarmiert. Der Teamleiter und sein Stellvertreter fungierten als
Übungsbeobachter, die durch Kräfteabzug dann aber auch selbst ins Geschehen eingreifen mußten
(während der Übung kamen zwei echte Einsatzalarme hinzu). Die siebenstündige Übung konnte trotz
der reduzierten Kräfte durch die Notfallseelsorge im vorgesehenen Rahmen abgedeckt werden.
Bei der Übungsauswertung, welche am Abend des Übungstages am Grill im Hof des THW-Ortsverbandes
stattfand, gab es positives Feedback für die Notfallseelsorge. Die vielen Gespräche bei Bratwurst
und Bier halfen dem gegenseitigen Kennenlernen und der Akzeptanz unserer Arbeit.
U.K.
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| Notfallseelsorger bei der Einsatzeinweisung |
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Notfallseelsorger im Gespräch mit Evakuierten am Dekontaminierungszelt |
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